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Erneuerbare Wärme

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Wärmepumpen

Mit Wärmepumpen kann Umweltwärme nutzbar gemacht werden. Dies spielt in vielen Zukunftsszenarien insbesondere für den Raumwärmebereich eine große Rolle. Die Regierung hat in ihrem Koalitionsvertrag kein Ziel für den Ausbau von Wärmepumpen genannt - der Begriff "Wärmepumpe" wird im gesamten Dokument kein einziges mal verwendet. In der Eröffnungsbilanz Klimaschutz des BMWK wird ein Korridor von "4,1 bis 6 Millionen Wärmepumpen" im Jahr 2030 genannt, wobei diese Zahl sich auf die Bereitstellung von Raumwärme in Einzelgebäuden beziehen dürfte (ohne Großwärmepumpen in Wärmenetzen und ohne Hochtemperaturwärmepumpen). Im Kontext des 2. Wärmepumpengipfels im November 2022 wurde vom BMWK dann ein Ziel von rund sechs Millionen Wärmepumpen im Jahr 2030 sowie ein Zubau von je mindestens 500.000 Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 genannt. Verlässliche und aktuelle öffentliche Daten zum Bestand von Heizungswärmepumpen in Deutschland gibt nicht. Als Datenquelle bis 2020 nutzen wir EurObserv'ER; dort sind neben Heizungswärmepumpen unter anderem auch reine Warmwasser-Wärmepumpen erfasst. Den Bestand der Jahre 2021 und 2022 (*) schätzen wir ab, indem wir die öffentlich verfügbarer Absatzzahlen des BWP zu Heizungswärmepumpen addieren. Demnach dürfte in der Abbildung die Zahl der reinen Heizungswärmepumpen leicht überschätzt sein.

Zum Vergleich können in der Abbildung auch Szenarien des Ariadne-Projekts eingeblendet werden. Das Leitmodell für Wärmepumpen, REMod, ermittelt im Technologiemix-Szenario einen Bestand von 5,3 Million Wärmepumpen im Jahr 2030 (in Einzelgebäuden), was unter dem Regierungsziel liegt. Bis 2045 wächst dieser Wärmepumpen-Bestand auf rund 15 Millionen an. Außerdem können die Wärmepumpen-Ausbaupfade vier weiterer Studien verglichen werden, die gemeinsam mit den Ariadne-Szenarien als "Big 5"-Szenarien bezeichnet wurden, nämlich "Klimaneutrales Deutschland 2045" von Agora Energiewende, "Klimapfade 2.0" (Zielpfad) des BDI, "Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität" (Szenario KN100) der Dena, sowie die "Langfristszenarien 3" (Szenario TN-Strom) des BMWK. Bis 2045 ist der Wärmepumpen-Zubau in den BMWK-Langfristszenarien besonders hoch, in der Dena-Leitstudie ist er am niedrigsten.

Anteile im Wärmebereich

Die Koalition strebt "einen sehr hohen Anteil Erneuerbarer Energien bei der Wärme" an. Als quantiatives Ziel für 2030 enthält der Koalitionsvertrag jedoch kein explizites Ziel für erneuerbare Energien, sondern die Formulierung, dass bis zum Jahr 2030 50 Prozent der Wärme "klimaneutral" erzeugt werden müssen. Da andere Optionen wie importierter klimaneutraler Wasserstoff oder CO2-Abscheidung im Wärmebereich bis 2030 jedoch eher unrealistisch erscheinen, interpretieren wir das genannte Ziel hier daher leicht abweichend vom Wortlaut als Erneuerbare-Energien-Ziel. Im Jahr 2021 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte (einschließlich Fernwärmeverbrauch) den Daten der AGEE-Stat zufolge 16,5 Prozent. Bis 2030 muss dieser Anteil demnach jährlich um fast vier Prozentpunkte steigen und damit sehr viel stärker als in den vergangenen Jahren.


Letztes Update: 2023-01-19